Dr. Marcus Kröckel: Mit einem engagierten Team arbeiten, wo andere Urlaub machen

Dass er sich wohlfühlt, ist offensichtlich: Keinen Tag hat Dr. Marcus Kröckel seinen Wechsel von Niedersachsen nach Kehl bereut; seit dem 1. Februar leitet er den Fachbereich Bildung, Soziales und Kultur. Vorgefunden hat er ein Team aus Mitarbeitenden, „die arbeiten wollen, die vorankommen wollen, die alle richtig Gas geben“, freut er sich. Kehl als Stadt gefällt ihm gut: „Alles ist dicht beisammen und gut erreichbar.“ Zusammen mit seiner Lebensgefährtin hat er inzwischen eine passende Wohnung in der Kernstadt gefunden; er schätzt die Nähe zum Rhein und zu Straßburg, zum Schwarzwald und den Vogesen: „Ich arbeite da, wo andere Urlaub machen.“

Die öfters gebrauchte Bezeichnung für Kehl „Kleinstadt mit Großstadtflair“ findet Marcus Kröckel treffend: „Städte in dieser Größe, die ich kenne, haben keine zwei Freibäder, kein Kulturhaus, keine Tram.“ Die Überschaubarkeit der Stadt bedeutet für ihn Lebensqualität, zu Fuß oder mit dem Rad sei fast alles erreichbar.
Als Neuling in Kehl komme es ihm zupass, dass es für jeden Bereich Konzepte gebe. Und zwar nicht für die Schublade, sondern mit Zielen und konkreten Maßnahmen, die man abarbeiten könne. Mit einem engagierten Team könne man in diesem Rahmen auch neue Ansätze ausprobieren, so wie aktuell die Bestandsaufnahme über Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Innenstadt-Quartiers. Rausgehen, zuhören, schauen, wie man gemeinsam Dinge angehen oder Probleme lösen kann – „maßnahmenorientiert am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger“, fasst der 38-Jährige seinen Arbeitsansatz zusammen.

Fühlt sich sehr wohl in Kehl: Dr. Marcus Kröckel, seit Februar Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur bei der Stadt Kehl.zoom

Kaum dass Marcus Kröckel die Leitung des Fachbereichs übernommen hatte, zu dem als größter Bereich die städtischen Kindertageseinrichtungen gehören, hat die Stadt ein sogenanntes Interessenbekundungs-
verfahren ausgeschrieben – freie Träger können sich noch bis Ende des Monats melden, wenn sie gerne eine Kita in Kehl betreiben möchten. In Kehl gebe es bislang neben der Stadt nur die Kirchen als Träger von Kindertageseinrichtungen. Hierauf müsse man, nicht nur wegen bestimmter Kapazitätsgrenzen, sondern auch vor dem Hintergrund der gesetzlich geforderten Trägervielfalt, reagieren. Marcus Kröckel kennt positive Beispiele von freien Trägern aus anderen Städten, gerade auch was inklusive Einrichtungen angehe. In diesem Bereich steige der Bedarf. Beim großen Thema der Digitalisierung der Schulen „muss der Fachbereich vorangehen“, stellt er klar. Zuerst müsse klar sein, welche pädagogische Richtung man einschlagen wolle, erst dann könnten die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) die entsprechenden Maßnahmen gemeinsam mit dem städtischen Gebäudemanagement umsetzen. Alle Beteiligten müssten sich eng und gut abstimmen, damit alle Schulen eine bedarfsgerechte Ausstattung bekämen. Der Bedarf ist nicht an allen Schulen gleich, hat Marcus Kröckel festgestellt: „Manche möchten die gute alte Tafel behalten und trotzdem mit neuen Medien arbeiten.“
Die Beteiligung von Jugendlichen möchte der 38-Jährige zu einer Selbstverständlichkeit machen. Jugendliche nützten die ganze Stadt, daher müsse man sie auch an der Stadtentwicklung beteiligen. Nur wenn sich Jugendliche mit ihrer Stadt identifizieren könnten, werde es gelingen, „kluge Köpfe hier zu behalten“. Der Jugendgemeinderat sei ein Gremium, das sich hier intensiv einbringen könne.
Integration und Inklusion möchte Dr. Marcus Kröckel zusammenfassen, das gilt für die Konzeptionen für beide Bereiche ebenso wie für das Team. Was der Inklusionsbeauftragte mache, muss für ihn in der Stadt sichtbarer sein – die aufsuchende Arbeit im Innenstadt-Quartier ist so eine Aufgabe, welche die beiden Integrationsbeauftragten und der Inklusionsbeauftragte gemeinsam angehen. Zwar gebe es in seinem Fachbereich Bildung, Soziales und Kultur sehr viele unterschiedliche Themen und Projekte, Marcus Kröckel sieht jedoch auch überall Überschneidungen. Sein Ziel ist es, Synergieeffekte zu nutzen anstatt „nebeneinander herzuarbeiten“.

Dr. Marcus Kröckel freut sich, dass er in seinem Fachbereich ein sehr engagiertes Team und Konzepte mit Maßnahmen vorgefunden hat, die sich konkret umsetzen lassen.zoom

Der gut funktionierende Pflegestützpunkt ist für Marcus Kröckel im Seniorenbereich ein gutes Beispiel für „eine gelungene Kooperation zwischen Landkreis und Stadt“. An diesem Beispiel würde er sich gerne orientieren, um für Kehl eine Altenhilfeplanung aufzustellen; also zunächst den Bedarf zu eruieren und diesen dann mit dem bestehenden Angebot abzugleichen. Die Altenhilfeplanung müsse Teil der Sozialplanung in Kehl werden. „Wenn wir uns mit den Bedarfen von Kindern und Jugendlichen befassen, sollte der Bereich der älteren Menschen Teil des Ganzen sein“, findet er und möchte sich unter anderem für einen stärkeren Austausch zwischen Jung und Alt einsetzen: „Die Begegnungen zwischen Kindern und Senioren und Seniorinnen, egal ob in der Kita oder im Seniorenzentrum, sind eine totale Bereicherung.“
Das kulturelle Angebot in Kehl „ist sehr gut“, hat Marcus Kröckel festgestellt und freut sich auf die Einweihung des Kulturhauses. Handlungsbedarf sieht er beim Museum: „Das muss stärker in den Fokus gerückt werden, damit es auch wahrgenommen wird“, findet er. Die aktuelle Ausstellung „Goldene Zwanziger? Kehl in der Weimarer Republik“ zeige, dass hier „gute Arbeit gemacht wird“ und trotz der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten „interessant präsentiert“ wird.

22.08.2019

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